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Seit 2012 arbeitet Mobile Albania mit dem offenen Netzwerk Pneuma Szöv. (HU) am Langzeitprojekt “Die 20-Forint-Operette”. Die 20-Forint-Operette versucht sich am Schaffen einer Straßensaga, die die Macht der medialisierten Bilder durchkreuzt und eigene Medienkanäle öffnet. In Zeiten, in denen sich das Misstrauen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen verschärft und die Polemik gegenüber sozial Benachteiligten wie Roma oder Wohnungslosen zunimmt, wollen die Initiatoren Pneuma Szöv. und Mobile Albania eine unabhängige Kulturbewegung jenseits des Mainstream anregen. Kulturschaffende Institutionen in Ungarn geraten unter der aktuellen Regierung immer mehr in die Abhängigkeit von Politik, werden mit parteitreuen Personen durchsetzt, provinzialisiert oder verlieren ihre Förderung ganz. Die „Zwanzig-Forint-Operette“ möchte dieser Entwicklung entgegenwirken und richtet sich an Künstler, Passanten und Anwohner, um Grenzen aufzuweichen und kreative Freiräume unabhängig von Vorurteilen, Schubladen und Kategorien zu schaffen.

"Für 20 Forint kannst du mich ignorieren" - dieser Satz auf dem Schild eines Budapester Wohnungslosen setzte den Anfangspunkt für das mehrjährige Projekt zwischen Mobile Albania und den ungarischen Aktivisten. Vorbild für den Prozess des Projekts ist die Arbeitsweise der italienischen Künstlergruppe um den Theatermacher Giuliano Scabia im „Marco Cavallo“ Projekt, das Anfang der 1970er Jahre in der Triester psychiatrischen Klinik stattfand. Der damalige Leiter der Psychiatrie Franco Basaglia trat für eine Auflösung der geschlossenen Anstalten ein. Der Einzug des Pferdes zum gemeinsamen Volksfest ging in die Kunst- und Theatergeschichte als Symbol für die Öffnung der Psychiatrien, die Überbrückung von Grenzen und den frühen Versuch eines gemeinsamen Schaffensprozesses ein. Der Weg, den Scabias Gruppe eingeschlagen hat, liegt für uns in einem seltenen Bereich jenseits von Sozialkitsch, laienhafter Zwangspartizipation und feigenblattartiger professioneller Vereinnahmung, sondern bietet Grundlagen von ethischer Ästhetik und Preenactment. Gepaart mit den musikalischen Bildern Brechts wird das Ganze bei uns von der Oper zur Operette, zur kleinen Form, zum Abweg, zur Miniatur.

 

In Zusammenarbeit mit ungarischen und deutschen Künstlern, dem Schriftstellerverein der Wohnungslosen “Vagyunk Egyesület ”, Urbanisten und Straßenexperten, Lokalen und Passanten wird in jedem Jahr ein neues Bild realisiert und ein anderer Ort der Stadt transformiert. 

Pressestimmen:

"It is an epic experience for anyone who takes part" says József Lée, who has been homeless for ten years. According to this volunteer worker for Fedél Nélkül (Without a Cover) editorial and Menhely Alapítvány (Shelter Charity), this feeling which the Mokus project gave to many is unbelievably rare in a homeless person's life: being able to feel significant, being included in something and, if only for a short time, re-earning one's self-respect" - (Magyar Narancs)

 

Kein Wunder, dass am Ende der Prozession gerade die drei Wörter „Freiheit, Liebe, Solidarität” aus einer riesigen Nuss hervorgezaubert werden und an die Statuen des Kalvaria Platzes angehängt werden. Kein schlechter Anfang, Fortsetzung folgt”. (Népszabadság / Diese auflagenstärkste überregionale Zeitung wurde 2016 von der Regierung eingestellt).

 

„Was ansonsten in solchen „mobilalbanisch" geprägten Camps geschieht - seltsame rituelle Aktionen, Filmdrehs, Straßenumzüge, alles mit ärmlichen selbstgebastelten oder umfunktionierten Materialien - muss auf Betrachter zunächst unverständlich wirken, etwa wie magische Gebräuche einer unbekannten Stammesgemeinschaft. Doch gerade deswegen entwickelt es auch einen Sog, der nach und nach immer neue Leute anzieht. So ist auch in Budapest ein heterogenes Netz aus Künstlern, Obdachlosen, Roma, Aktivisten und „gewöhnlichen“ Anwohnern entstanden, das mittlerweise eine eigene Zeitung herausgibt. (Sebastian Kirsch, Theater der Zeit 9/2013)

In Kooperation mit:

Vagyunk Egyesület (Budapest) – association of homeless artists, Uccamüvész Egyesület, "Fedél Nélkül" (Zeitung "Without a Roof"), 8. Budapester Stadtbezirk, Lektorat für Bildende Kunst Budapest, der Shelter Foundation / Menhely Alapítvány Budapest, MüSzi (Müvelödési SZInt / Cultural Level), MitOst Festival Ruse/Bulgarien und MitOst Festival Leipzig „art interventions – Strategien künstlerischer Eingriffe im öffentlichen Raum“, Radio Blau, Lofft Leipzig, "Krass Culture Crash Festival" Kampnagel Hamburg, Schwankhalle Bremen

Gefördert durch:

Schering Stiftung, MitOst e.V., Goethe-Institut, Szenenwechsel, ein Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Europäische Union „youth in action“, Heinrich-Böll-Stiftung, Norway foundation, Nationales Performance Netz

Von und mit:

Mobile Albania, Pneuma Szöv., Béla Mühely,

Andrea Francesco Ermanno, Andrea Sztuchlik, Attila, Benedek Gyuri, Boross Martin, Berecz Zsuzsa, Camille Tournebize, Cseke Dorina, Csiki Betti, Csoport Új Vizualitás, Dudás Zsombor, Elisabeth Katalin Grabow, Erdös Zoli, Erwin Feldmann, Esze Dorka, Fekete Hajnal, Feri, Franzi Günther & Iris, Gábor, Gábor, Gábor, Galamb Istvan, Galamb Zsuzsanna, Gyenei Peti, Gyuri / Georgi, Hannes Hanath, Herczeg Zoltan, HoCsi / Horváth Csilla, Huterják János, Ivett, Julius Palacinka, Katharina Stephan , Kevin, Kiss Béla, Lée Jozsef, Margerita, Makra Viktória, Markos Viktor, Mauricio Mendivil, Mercsei Pál, Till Korfhage, Florian Seel, Molnár Bence 
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